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InterviewMeet Daniel Lindemann (Broadcaster & Pianist), Special ADeKo Award Gewinner 2026


Interview mit Broadcaster & Pianist Daniel Lindemann

Special ADeKo Award Gewinner 2026


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Daniel Lindemann ist der Preisträger des ADeKo-Sonderpreises 2026.

Die Preisverleihung der ADeKo Awards findet am Freitag, den 27. Februar 2026, im Rahmen der ADeKo-Neujahrsnacht statt. Es wird eine besondere Gelegenheit sein, Daniel Lindemann persönlich zu treffen!

Wir danken ihm ganz herzlich für seine herausragenden Leistungen. In einem Interviewformat möchten wir Daniel Lindemann sowie seine Arbeiten näher vorstellen. 



Zur Person & zum Werdegang

  • ADeKo: Herr Lindemann, Sie leben und arbeiten seit vielen Jahren in Korea. Was hat Sie ursprünglich nach Korea geführt – und was hat Sie dort gehalten? 

Daniel Lindemann: Ich hatte meinen Bachelor in Asienwissenschaften mit Schwerpunkt Koreastudien an der Uni Bonn gemacht und bin dadurch zum ersten Mal 2008 als Austauschstudent nach Korea gekommen. Nach dem Abschluss habe ich mich dann entschlossen, auch den Master in Korea zu machen. 2013 habe ich dann den Master of Arts in International Relations and Korean Studies abgeschlossen.


  • Sie sind in Korea als Moderator, Musiker und Kulturvermittler bekannt. Wie würden Sie selbst Ihre Rolle zwischen Deutschland und Korea beschreiben? 

Das ist eine sehr gute Frage. Ich versuche mich selber nicht zu ernst zu nehmen, da ich vorwiegend in Variety-Programmen auftrete, aber trotzdem hat man doch eine gewisse Verantwortung. Deshalb versuche ich so sehr es geht auch etwas über die Stereotypen hinaus zu agieren und den Koreanern vor allem die Vorteile an Deutschland zu vermitteln.

Darüber hinaus ist auch die Musik für mich als ein Medium der Kommunikation in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Für mich stellt das gemeinsame Musizieren eine der besten Möglichkeiten da, Verbindungen und Freundschaften zu etablieren und sich auf das zu fokussieren, was uns alle verbindet. Nämlich das Menschsein und die Freude und Dankbarkeit am Leben.



Aktivitäten und Auswirkungen

  • In Ihrer Arbeit beschäftigen Sie sich häufig mit kulturellen Unterschieden, aber auch mit Gemeinsamkeiten. Was fasziniert Sie besonders am deutsch-koreanischen Austausch? 

Ich bin vor allem historisch und politisch interessiert, deshalb interessiert mich vor allem die gemeinsame neuere Geschichte (vor allem der Schmerz der Teilung).


  • Gab es in Ihrer bisherigen Laufbahn einen Moment, in dem Sie besonders gespürt haben, dass Ihre Arbeit Brücken zwischen den Kulturen schlägt? 

Für mich persönlich waren die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang ein Höhepunkt. Ich wurde bei der Eröffnungsfeier in das ARD/ZDF-Olympiastudio eingeladen und durfte live dem deutschen Publikum etwas über die kulturellen Eigenschaften Koreas erklären. Das war wirklich ein tolles und wundervolles Erlebnis für mich gewesen.


ADeKo und Gedanken zur Auszeichnung

  • ADeKo setzt sich seit vielen Jahren für den Austausch zwischen Korea und Deutschland ein. Was verbinden Sie persönlich mit ADeKo? 

Als ehemaliger deutscher Student in Korea identifiziere ich mich sehr mit ADeKo. Auch wenn ich leider nicht immer bei allen Veranstaltungen teilnehmen kann, ist ADeKo dennoch für mich die Organisation, in der man aus erster Hand den Austausch ziwschen beiden Ländern und beiden Kulturen erleben und auch mitgestalten kann. Es ist immer schön, Deutsche und Koreaner, Koreaner und Deutsche zusammen versammelt zu sehen und zu sehen wie sie etwas zusammen auf die Beine stellen und kommunizieren.


  • Was bedeutet Ihnen der ADeKo Award? 

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich genug für den Award getan habe. Aber ich nehme ihn mit großer Dankbarkeit entgegen und werde mich bemühen, in Zukunft noch aktiver für ADeKo aktiv zu sein und noch mehr zum gegenseitigen Verständnis beider Länder beizutragen.


  • Welche Rolle spielen Netzwerke wie ADeKo Ihrer Meinung nach für Menschen, die zwischen zwei Kulturen leben und arbeiten?  

Ich denke, dass Netzwerke wie ADeKo für Menschen, die beruflich oder privat mit einem anderen Land und einer anderen Kultur zu tun haben, unverzichtbar sind. Sowohl für Business als auch zur persönlichen Bereicherung. Es ist leider sehr leicht, Vorurteile gegenüber anderen Kulturen zu haben, aber je mehr man über eine andere Kultur weiß (vor allem auch über die Gründe, warum etwas so ist wie es ist), desto natürlicher wird auch der Umgang mit der Kultur und mit ihren Menschen, und desto eher kann man auch seine persönlichen Vorurteile abbauen oder erst gar nicht entstehen lassen.


Blick in die Zukunft 

  • Welche Themen oder Projekte sind Ihnen aktuell besonders wichtig?  

Mir persönlich ist vor allem das Thema Wiedervereinigung immer wichtig, wobei „Friede“ immer wichtiger ist als die politische Wiedervereinigung. Außerdem möchte ich durch meine Arbeit dazu beitragen, dass unsere koreanischen Freunde auch wieder mehr Freude und Interesse an Deutschland und der deutschen Kultur und Sprache finden und es weiterhin regen Austausch geben wird.


  • Sie widmen sich in letzter Zeit verstärkt der Musik und geben zahlreiche Konzerte. Was war der Auslöser für diesen Weg, und welche Rolle spielt die Musik heute in Ihrem Leben? 

Musik war lange „nur“ ein Hobby für mich gewesen. Aber vor ein paar Jahren habe ich dank YouTube mehr und mehr verschiedene Musikrichtungen und Künstler kennengelernt. Musik ist für mich momentan schon fast eine spirituelle Ausdrucksform geworden. Ich denke, dass es die optimale Kommunikation zwischen allen Kulturen bietet, etwas, was jeder, unabhängig von seiner Sprache und Herkunft, versteht und daran teilhaben kann.
Es ist eine Sprache des Friedens und der Menschlichkeit.


  • Was wünschen Sie sich für die Zukunft des deutsch-koreanischen Austauschs – gesellschaftlich, kulturell oder persönlich?  

Es ist erfreulich, dass die jüngere deutsche Generation mehr und mehr Interesse an Korea zeigt und es mittlerweile mehr deutsche Studierende in Korea gibt als koreanische Studenten in Deutschland. Aber ich würde mir wünschen, dass auch die Koreaner nicht das Interesse an der deutschen Sprache und Kultur verlieren. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung und KI geben uns die deutschen Dichter und Denker und auch Musiker viele Hinweise mit auf den Weg, was weiterhin wichtig ist für den Menschen. Ich glaube, dass Deutschland da wirklich ein tolles Erbe hat, was auch in unserer heutigen Zeit nach wie vor sehr wichtig ist.


  • Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die sich für ein Leben oder eine Karriere im internationalen bzw. interkulturellen Umfeld interessieren? 

Leidenschaft und Neugier sind das A und O, gaube ich. Und für das kulturelle Verständnis hilft es immer, nach dem „Warum“ zu fragen. Jedes Kulturmerkmal hat meistens einen Grund, und wenn man diesen kennenlernt, hilft es wirklich sehr, etwas besser zu verstehen. Bezüglich einer Karriere möchte ich empfehlen, offen und flexibel zu sein, vielleicht auch bereit sein mehrere Jobs gleichzeitig zu machen und vor allem immer ein Plan B und C in der Tasche zu haben!



Die Worte von Daniel Lindemann zeigen eindrucksvoll, dass deutsch-koreanischer Austausch weit mehr ist als kulturelle Vermittlung – er ist ein Prozess des gegenseitigen Verstehens, des Verbindens und des gemeinsamen Wachsens. Mit seiner Arbeit als Moderator und Musiker schafft er Räume, in denen Vorurteile abgebaut und echte Begegnungen möglich werden – ganz im Sinne der Werte, für die ADeKo steht. Wir gratulieren herzlich zum ADeKo Award 2026 und wünschen ihm für seine kommenden Projekte weiterhin viel Erfolg, Inspiration und die Kraft, auch künftig Brücken zwischen Deutschland und Korea zu bauen.